Der Freiraumplan

Kurzversion


Im Freiraumplan werden die Ergebnisse und Auswertungen der Freiraumerhebungen, der Gebietskartierungen, der Begehungen von Lieblingsorten, der Zukunfts-, Planungs- und Bauwerkstatt , die in einem inter- und transdisziplinären Forschungsprozess erarbeitet wurden, zusammengefasst, vervollständigt und einheitlich aufbereitet.


Partizipative Planung mit fachlicher Reflexion

Die soziale Dimension der Freiräume wird durch den partizipativen Planungsprozess gestärkt und findet über die im Zuge des Forschungsvorhabens erstellten "Kriterien für die Beurteilung der räumlichen und sozialen Qualität von Freiräumen" auch langfristig Eingang in den kommunalen Planungsalltag.

Mehrere Planungslayer

Der Plan gliedert sich in mehrere Planungslayer, die miteinander über die jeweiligen Orte und Flächen verknüpft sind. Dadurch werden einerseits die Aussagen auf übergeordneter Ebene konkreter, andererseits ist der Gesamtkontext, indem Folgeplanungen stehen, eindeutig nachvollziehbar. Insgesamt wird die Verständlichkeit, Anschaulichkeit und Umsetzungsrelevanz gegenüber herkömmlichen Planungen erhöht. Die Gemeinde hat gebietsbezogene "Gesamtpakete", damit wird ein gängiges Defizit herkömmlicher Planungsaufträge ausgeglichen.


Gebietsbezogene "Gesamtpakete"

Inhalte im Maßstab 1:5.000
Darstellung von öffentlichen und öffentlich zugänglichen institutionellen Freiräumen (Parks, Sport- und Spielplätze); Erhebung der tatsächlichen Mehrfachnutzbarkeit von Kindergärten und Schulfreiflächen;
Maßnahmenvorschläge für drei verkehrsmäßig problematische Straßenzüge; Planung von Verbindungen für das bestehende Radwegenetz (Mindeststandard)
Hauptteil: Erarbeitung von detaillierten Maßnahmenpaketen für die Gebiete Bruck Mitte West und Bruck Hochfeld
Einarbeitung von Maßnahmenvorschlägen aus der Jugendbeteiligung sowie den Freiraumerhebungen bzw. der Ausarbeitung der Freiraumtypologie; Lokalisiserung der konkreten Umsetzungsorte aus der Bauwerkstatt

Inhalte im M 1: 500 oder M 1: 1.000
Nutzungskonzept und Raumstruktur für Stadtpark (Stefaniepark), Murspitz, Sportfläche Schillerstraße, Südtirolersiedlung
Vorarbeiten zum Bebauungsplan Hochfeld

Maßnahmenvorschläge im M 1: 5.000

Freiraumbezogene Maßnahmen
· Qualitätsvolle private Freiräume bereits bei der Bebauungsplanung sichern
· Angebot und Attraktivität öffentlicher Freiräume erhöhen
· Mehrfachnutzung öffentlicher Freiräume
· Temporäre Freiräume nützen
· Kleingärten - auf Durchgängigkeit achten
· Plätze - Aufenthaltsqualität stärken

Maßnahmen an Straßen und Wegen
· Öffentliche Durchgänge und Wegverbindungen
· Weitere Öffnung von Einbahnen für Fahrräder im Gegenverkehr
· Bessere Kennzeichnung der Radfahrverbindungen innerhalb der Stadt
· Anlage von Baumreihen und Alleen

Wiener Straße, Leobner Straße und Tragösser Straße im Detail
Zur Leobner Straße, Tragösser Straße und Wiener Straße wurden aufgrund ihrer herausragenden Problemlage genauere Maßnahmenvorschläge erarbeitet.

 
   
Leistungsbild eines Freiraumplanes
Gebietskartierung
Freiraumplan
Übersicht
 
   

 

Wiener Straße
Geschwindigkeitsreduktion
Querzonierung
Radwegkennzeichnung
Erhöhung der Freiraumqualität (Baumstreifen, Plätze)
Straßenmarkierungen


Leobner Straße

Geschwindigkeitsreduktion
Querungshilfen (Zebrastreifen)
Gehsteigverlängerung
Radfahrstreifen verbessern
Baumpflanzungen
Attraktivierung von Aufenthaltsflächen im Straßenbereich
Lärmschutzmaßnahmen zur Bahn


Tragösser Straße

Geschwindigkeitsreduktion
Zebrastreifen als Querungshilfen
Verlängerung des Gehsteiges stadtauswärts
Errichtung eines Radfahrstreifens
Anlage von Baumreihen bzw. Alleen


Empfehlungen für die Raumplanung

Zukünftige Baulandgrenze Hochfeld
Umwidmung von WR-Widmungen (Reine Wohngebiete) in Allgemeine Wohngebiete
Exaktere Festlegung der Bebauungsdichte
Erhaltung der Kleingärten - keine Umwidmung in Wohnbauland
Einhaltung von Mindestabständen zu den Gewässern
Abänderung und Erstellung von Bebauungsplänen

Vorschläge aus der Jugendbeteiligung
Zu folgenden Freiräumen wurden seitens der Jugendlichen in der Planungswerkstatt - aufbauend auf der Begehung der Lieblings- und Gruselorte sowie den Ergebnissen der Zukunftswerkstatt - Vorschläge ausgearbeitet (verschiedene Ebenen und Darstellungsformen):

a) Murinsel
b) Murspitz
c) Sportplatz Schillerplatz
d) Stadtpark
e) Schloßberg
f) Hochbrücke
g) Hochfeldsiedlung
Die Vorschläge flossen teilweise direkt in die nächste Planungsebene (M 1: 500 oder M 1: 1.000) ein (s. u.), oder sie bilden - nach fachlicher Reflexion - für sich einen inhaltlichen Bestandteil des Freiraumplanes im M 1: 5.000. Dies trifft auf die Murinsel, den Schloßberg und die Hochbrücke zu.

Maßnahmenvorschläge im M 1: 500 oder M 1: 1.000
Im Maßstab 1:500 wurden Nutzungskonzepte und eine entsprechende Raumstruktur erarbeitet. Im Maßstab 1:1000 wurden Vorarbeiten zum Bebauungsplan geleistet.

Murspitz
Die Vegetation gliedert den Raum
Gebrauchsorientierte und standortgerechte Pflege und Artenwahl
Erweiterte Ausstattung für variable Nutzungen

Südtiroler Siedlung
Neue Raumlösungen für bestehende und zukünftige Nutzungen
Mitbestimmung der BewohnerInnen
Definieren von Räumen
Abgestufte Zuständigkeiten für eine vielfältige Nutzung
Praktisches und platzsparendes Mobiliar
Erhöhung der Aufenthaltsqualität in den Straßen

Sportplatz Schillerstraße
Drei Bewegungszonen können parallel genutzt werden
Die Bewegungszonen sind jeweils für verschiedene Spiele und Sportarten geeignet
Eingangszonen und Zwischenräume
Neue Spielregeln
Strapazierfähige Ausstattung und adäquate Pflege
Bepflanzung

Stadtpark
Rückzugsort
Durchgangs- und Bewegungsraum / Freiraum beim Befestigungsturm
Ruhezonen
Vorplatz des Kulturhauses
Gebrauchsfähige Bepflanzung
Durchlässige Grenzen

Hochfeld Vorarbeiten zum Bebauungsplan Hochfeld

  • Reihenhausbebauung in rechteckigen Baublöcken (Reihenhäuser auf Längsparzellen, mit Vorgarten, (Hinter)Garten, rückseitigem Erschließungsweg, einzelne Geschoßhäuser im Baublock)
  • Siedlungsöffentliche Freiräume - Wirtschaftswege
  • Öffentliche Straßen großteils mit Alleen und beidseitigem Gehsteig
  • Umgebungsbezug - Plätze, Parks und Siedlungsränder

- drei Bauzonen, nach Bebauungsprioritäten gereiht
- Variationen und Ausbaumöglichkeiten sind vorhanden
- soziale Quatiersdurchmischung ist gewährleistet

Baublockgröße: ca. 60 - 80m breit und ca. 100 - 200m lang (gut fußläufig begehbar, zusätzlich innere Wirtschaftswege)
Bebauungsdichte: ein- bis dreigeschoßige Bebauung möglich, bei zweigeschoßiger Bebauung Dichte von: 0,53-0,8 (1)
Wohnungsstatistik: 281 zweigeschossige Reihenhäuser, von denen 232 mindestens 8m breit sind; 49 sind 5m breit; 5 über 14m breite Baugrundstücke für zweigeschossige Zweispännergebäude
bis zu 535 Wohnungen möglich (bei zwei Wohnungen in den breiten Reihenhäusern), bei der durchschnittlichen Haushaltsgröße von 2,2 Personen ergäbe dies Wohnraum für ca. 1.172 Menschen

Maria Baumgartner