Freiraumbeschreibung und -analyse

Berndorf / Hochfeld

Umgebungsbezug:
Das Kartierungsgebiet ist im Norden begrenzt von der Tragösser Straße (stark befahren, größere Siedlungsneubauten anschließend), im Osten von der Wiener Straße (stark befahren, historisches Gewerbe- und Industriegebiet), im Süden vom Sebald-Pögl-Weg (Siedlungs- und Walderschließung) und im Westen von der Lamingstraße (erschließt die landwirtschaftliche Flur und die angrenzenden Kleingärten).

Gebietscharakteristik:
Das Kartierungsgebiet ist großteils landwirtschaftlich in Form von Wiesen genutzt, die auch zwischen die einzelnen Bebauungen hineinragen. Im Nordwesten liegt - umgeben von bäuerlichen Wirtschaftsflächen - ein größeres expandierendes Kleingartengebiet, im Nordosten das neue Landeskrankenhaus (LKH). Im Süden grenzt an das LKH ein schmaler Baulandstreifen mit Einfamilienhäusern und einigen Siedlungsneubauten an, die derzeit eine Erweiterung erfahren. Weiter südlich liegt das Schloß Pöglhof zwischen vorwiegend landwirtschaftlichen Flächen. Das Gebiet an der Wienerstraße im Südosten ist größtenteils gewerblich, vereinzelt auch zum Wohnen genutzt.

Das Gebiet fällt nach Norden zum Lamingbach hin mit mehreren Verebnungen ab. Im Süden trennen die Waldgebiete des Dürrn- und Kreckerberges den Stadtteil vom Hauptsiedlungsgebiet und historischen Stadtzentrum der Stadt Bruck/Mur.

Der Bereich Berndorf - Laming, dem das Gebiet zuzurechnen ist, stellt das größte Bauerweiterungsgebiet der Gemeinde dar. Das Stadtentwicklungskonzept sieht über kurz oder lang nahezu die gesamte Fläche zur Bebauung vor.


Während die BewohnerInnen großteils über private Freiräume an den Häusern verfügen, fehlen öffentliche Freiräume wie Parkanlagen oder Plätze innerhalb des Kartierungsbereiches gänzlich. Das erscheint durch das landwirtschaftlich geprägte Umfeld auf den ersten Blick nicht störend, im Gegenteil, man hat den Eindruck einer guten Freiraumversorgung. Brachen und Hecken werden von Kindern und Jugendlichen als Freiräume genutzt. Auch sind von einzelnen Wohngebieten aus die Wälder am Kreckerberg und Dürrnberg gut und schnell zu erreichen. Für den Großteil der BewohnerInnen, insbesondere in den Neubaugebieten entlang der Hochfeldgasse, besteht allerdings ein akutes Freiraumdefizit. Die landwirtschaftlichen Wege sind bestenfalls - und meist unerlaubterweise (Privatweg - Betreten verboten!) - zum Spazierengehen geeignet. Die BewohnerInnen leben ‚im Grünen', können die angrenzenden Flächen aber kaum nutzen. Auch die Freiräume des LKHs sind alles andere als einladend: Wiesen mit kümmernden Bäumen schlechter Pflanzqualität und großflächige Autoabstellplätze, keine Raumgliederung mit attraktiven Aufenthalts-, Genesungs- und Spielbereichen.

Etwa ein Viertel der Gebietsfläche ist dem LKH zuzurechnen, wovon die Gebäude (Krankenhaus, Personalwohnhaus etc.) nur einen kleinen Teil einnehmen. Obwohl auf der derzeitigen Fläche des LKHs noch sehr viel Platz ist - insbesondere bei effizienterer Raumnutzung - werden für das Krankenhaus Erweiterungsflächen nach Westen von sonstigen Baulandnutzungen freigehalten.

Das Gebiet entlang der Hochfeldgasse bis hin zum Sebald-Pögl-Weg weist vorwiegend private Freiräume der Einfamilienhäuser und des Schlosses sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen auf. Dazwischen und randlich finden sich kleine siedlungsöffentliche Freiräume. Zur Wiener Straße hin dominiert die gewerbliche Nutzung, allerdings immer wieder von Wohnnutzung durchmischt. Das kann als Qualitätskriterium für die Straße in ihrer Funktion als Freiraum angesehen werden: Die angrenzenden Häuser sind auch nachts bewohnt, das erhöht die Sicherheit für FußgeherInnen.

Der Bereich östlich der Laminggasse weist eine starke Dynamik an Kleingartentätigkeit auf. Die Wege der Kleingartenanlage sind stückweise durchgängig, teils für die Öffentlichkeit abgesperrt. Die Kleingärten sind als Ersatz für fehlende private Freiräume im Geschosswohnungsbau zu sehen.

Nordöstlich des Dürrnberges befindet sich eine zusammenhängend unbebaute Fläche mit Anschluß an den Dürrnberger Wald. Ein Teil dieser Fläche ist eine Altlastenverdachtsfläche, deren Aufbau, Gefährlichkeit und Sanierung vor der Diskussion um die weitere Flächenverwendung geklärt werden muß.

Straßenfreiräume: Sowohl die Tragösser als auch die Wiener Straße weisen ein starkes Verkehrsaufkommen ohne die sonst im Gemeindegebiet von Bruck/Mur üblichen Tempo 30 - Geschwindigkeitsbeschränkungen auf. Das führt zu einer vergleichsweise hohen Lärmbelästigung der AnrainerInnen. Auch Alleen oder Baumreihen sind in beiden Fällen im Straßenraum nicht vorhanden. Die Tragösser Straße weist einen einseitigen, die Wiener Straße einen beidseitigen Gehsteig auf. Entlang der Wiener Straße verläuft zusätzlich auf Gehsteigniveau ein Radweg. Die dort aufgestellten Verkehrsschilder beeinträchtigen die Verkehrssicherheit. Für beide Straßen kennzeichnend sind fehlende oder sehr umständliche Querungsmöglichkeiten für FußgängerInnen und RadfahrerInnen (Bsp. Unterführung Wiener Straße/Brückengasse). Die übrigen Straßen im Gebiet sind größtenteils zweispurig befahrbare Asphaltstraßen, aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens ohne Gehsteige.